Erfolgsfaktor Mitarbeitende: wie sich ein Unternehmen den Bewerbern präsentieren sollte

Der seit Jahren prognostizierte Fachkräftemangel hat mittlerweile die Unternehmen erreicht: ein Drittel aller Betriebe hat eine Umfrage zufolge Schwierigkeiten, die offenen Lehrstellen ausreichend zu besetzen.

 

Der seit Jahren prognostizierte Fachkräftemangel hat mittlerweile die Unternehmen erreicht: ein Drittel aller Betriebe hat eine Umfrage zufolge Schwierigkeiten, die offenen Lehrstellen ausreichend zu besetzen.

Der seit Jahren prognostizierte Fachkräftemangel hat mittlerweile die Unternehmen erreicht: ein Drittel aller Betriebe hat eine Umfrage zufolge Schwierigkeiten, die offenen Lehrstellen ausreichend zu besetzen. Etwa jedes zehnte Unternehmen erhält auf eine offene Lehrstelle nicht einmal eine einzige Bewerbung. Für viele Unternehmen ergibt sich damit die Notwendigkeit, offensiver auf die Suche nach gut ausgebildeten Fachkräften zu gehen. Personalmarketing wird vermutlich in den kommenden Jahren nicht nur für Grossunternehmen eine wichtige Rolle spielen, sondern insbesondere auch für kleine und mittelständische Betriebe.

Was wird unter Employer Branding verstanden?

Unter dem Schlagwort "Employer Branding" werden heute sämtliche Massnahmen verstanden, mit denen das Unternehmen sich präsentiert. Anders als beim klassischen Marketing geht es aber nicht darum, die Produkte oder Dienstleistungen in den Fokus zu rücken. Stattdessen präsentiert sich die Firma als attraktiver Arbeitgeber, um auch bei potentiellen Bewerbern an Leuchtkraft zu gewinnen. Die Entscheidung für eine Stelle fällt heute nicht ausschliesslich nach Kriterien wie Vergütung oder Arbeitszeiten, auch soziale Faktoren gewinnen zunehmend an Bedeutung. Personaler müssen sich immer häufiger Fragen in Hinblick auf zusätzliche Leistungen und Work-Life-Balance gefallen lassen. Letztlich geht es beim Employer Branding darum, für diese "Wohlfühlfaktoren" zu sorgen und diese Massnahmen - was mindestens genauso wichtig ist - auch zu kommunizieren. Dafür sind Flyer und Informationsbroschüren möglicherweise eine gute Wahl, um die Neuerungen auch zu verbreiten. Zudem sollten die entsprechenden Instrumente nicht nur an Bewerber gerichtet sein, sondern ebenso auch an die internen Mitarbeiter. Fluktuation ist mit erheblichen Kosten verbunden, neben dem Recruiting erfolgt noch eine lange Einarbeitungsphase, in der der neue Angestellte nicht gänzlich produktiv arbeiten kann. Hier wird zwischen internem und externem Personalmarketing unterschieden; Ersteres richtet sich dabei an den eigenen Mitarbeiter.

Wie sich Personalmarketing konkret umsetzen lässt:

Doch welche Massnahmen können konkret dafür sorgen, dass sich die Angestellten derart wohl im Unternehmen fühlen, dass ein Wechsel der Stelle gar nicht in Betracht gezogen wird? Prinzipiell gibt es eine Reihe von Ansätzen, die nicht nur monetärer Natur sein sollten:

- flexible Arbeitszeitmodelle
- Möglichkeiten des Aufstiegs und der Weiterbildung; ggf. in Zusammenarbeit mit Bildungsträgern 
- Kinderbetreuung im Unternehmen oder durch das Unternehmen finanziert 
- Massnahmen zur Gesundheitsmanagement 
- Präsenz zeigen auf Social Media Plattformen 
- unterschiedliche Sport- und Freizeitangebote 
- Wohl bedachte Anreiz- und Bonussysteme, ansprechende Leistungen sollten honoriert werden

Einige Massnahmen kosten nicht einmal Geld - sowie das sogenannte "Onboarding". Das Onboarding beschreibt eine Art "Willkommenskultur" im Unternehmen. Ein neuer Mitarbeiter sollte an seinem ersten Arbeitstag an einem Montagmorgen nicht gestressten und schlechtgelaunten Kollegen gegenüberstehen, sondern herumgeführt und freundlich vorgestellt werden. Abgesehen vom Begrüssungsritual sollte auch dafür gesorgt werden, dass entsprechende personelle Kapazitäten vorhanden sind, um den neuen Kollegen einzuarbeiten. Letztlich wird dadurch auch die Einarbeitungsphase verkürzt, was für alle Beteiligten von Vorteil ist. Andere Massnahmen haben wiederum das Team-Gefühl im Fokus: werden gemeinsame Team-Events veranstaltet, ist das Eis schnell gebrochen. Um aus Mitarbeitern, die sich allesamt individuell auf eine Stelle beworben haben, ein Team zu formen, bedarf es Aktivitäten ausserhalb der täglichen Arbeitsstelle. Hier könnte es durchaus sinnvoll sein, gemeinsam ein Problem zu lösen, in welches jeder seine persönlichen Stärken mit einbringen kann. Auch Äusserlichkeiten haben einen Einfluss auf dieses Zusammengehörigkeitsgefühl. Einheitliche Berufskleidung, auch bekannt als "Corporate Design", macht in manchen Unternehmen und Branchen schon auf dem ersten Blick klar, dass alle miteinander an einem Strang ziehen. Ausserdem profitiert auch die Aussenwirkung gegenüber dem Kunden; das Unternehmen, von dem bisher vielleicht nur ein Logo bekannt war, erhält ein menschliches Gesicht. Spätestens an dieser Stelle zeigt sich, dass auch das Personalmarketing ganzheitlich zu betrachten ist. In Anbetracht der demographischen Entwicklung und der kommenden Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt wird Personalmarketing künftig dringend geboten sein - in fast jedem Unternehmen sind die Mitarbeiter der entscheidende Erfolgsfaktor.



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