«Arbeitsplatzkultur kann nicht von oben gemacht werden, sondern wird von unten gelebt»

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Interview mit Dr. Thomas Schneider, Co-Owner & Consultant

Hoi Tom, was machst du bei Great Place to Work?

Ich bin Mitinhaber und Consultant für Arbeitsplatzkultur. Ich begleite Organisationen bei der Analyse ihrer Arbeitsplatzkultur und der Entwicklung hin zu einem hervorragenden Arbeitgeber. Dies tue ich branchenübergreifend zusammen mit nationalen und internationalen Organisationen. In unserem agilen Setting bei Great Place to Work Switzerland bin ich aktuell zuständig für die Koordination des Projektmanagements und das Personalwesen.

Wie und wann bist du zu Great Place to Work gekommen?

Ich bin vor vier Jahren zu Great Place to Work gekommen, nachdem ich mich in der Forschung zum Thema der strategischen Positionierung von Organisationen anhand ihrer Arbeitsplatzkultur beschäftigt habe. Als Wirtschaftspsychologe interessiert mich das Thema, wie Menschen Organisationen wahrnehmen und sich darin als Gruppen verhalten. Great Place to Work bietet unglaublich viele spannende Möglichkeiten, dieses Thema basierend auf der Arbeitsplatzkultur anzugehen.

Und hält der Name des Unternehmens, was er verspricht? ;-)

Ja, das tut er für mich. Ich arbeite in einem hervorragenden Team und habe mit diesem die Möglichkeit, an einem Thema zu arbeiten, welches für mich persönlich wichtig und sinnstiftend ist. Wir sind agil organisiert und können so eigene Ideen und die Bedürfnisse unserer Kunden schnell umsetzen.

Was macht für dich ein Arbeitgeber zu einem Great Place to Work?

Für mich stellt ein Great Place to Work den Menschen in den Mittelpunkt. Ein Great Place to Work basiert auf einer Kultur des Vertrauens, welche es allen Mitarbeitenden ermöglicht, ihre Kompetenzen möglichst selbstbestimmt zur Erreichung der organisationalen Ziele einzubringen. Die Mitarbeitenden sehen so ihren Beitrag zur Wertschöpfung einer Organisation und somit die Sinnhaftigkeit ihrer Tätigkeit. Ein Great Place to Work beginnt aber für mich bereits mit dem Mut einer Organisation, sich auf den Weg zu begeben, das volle Potential ihrer Mitarbeitenden durch gegenseitiges Vertrauen zu realisieren.

Ein Great Place to Work hat viel mit Arbeitsplatzkultur zu tun. Was bedeutet Arbeitsplatzkultur für dich?

Ich mache es mir hier jeweils etwas einfach – und sage, dass Arbeitsplatzkultur für mich das ist, was wir mit unserem evidenzbasierten Modell von Great Place to Work messen. Das kann ich aber mit ruhigem Gewissen tun, weil sich die Kernthemen Glaubwürdigkeit der Führung, Respekt gegenüber den Mitarbeitenden und Fairness in den Prozessen und Programmen in meiner täglichen Arbeit mit unseren Kunden immer wieder bestätigen. Ergänzt werden diese Themen um die Gestaltung der Zusammenarbeit im Team sowie den Stolz auf die eigene Tätigkeit sowie die Organisation, für die jemand arbeitet. Wichtig ist zu begreifen, dass Arbeitsplatzkultur nicht von oben gemacht werden kann, sondern von unten gelebt wird.

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«Organisationen, welche sich mit ihrer Arbeitsplatzkultur beschäftigen, senden ein entsprechendes Signal an die aktuellen aber auch zukünftigen Mitarbeitenden, dass ihnen die Gestaltung des Miteinander wichtig ist.»

Warum sollten Unternehmen sich mit ihrer Arbeitsplatzkultur befassen?

Weil sie sowohl Mittel als auch Zweck ist. Dies bedeutet, dass wir in unserer Analyse- und Forschungstätigkeit starke Zusammenhänge der verschiedenen Aspekte der Arbeitsplatzkultur mit der organisationalen Wertschöpfung finden. Beispielsweise sehen wir tiefere Fluktuationsraten, höheres Umsatzwachstum und höheres Mitarbeitendenengagement bei Organisationen, welchen wir eine hervorragende Arbeitsplatzkultur attestieren. Um dies zu erreichen wird die Arbeitsplatzkultur oft als Mittel zum Zweck eingesetzt. Aber Arbeitsplatzkultur ist auch ein Zweck an sich selber. Dies sieht man daran, dass in deren Gestaltung oft der Weg das Ziel ist. Organisationen, welche sich mit ihrer Arbeitsplatzkultur beschäftigen, senden ein entsprechendes Signal an die aktuellen aber auch zukünftigen Mitarbeitenden, dass ihnen die Gestaltung des Miteinander wichtig ist.

Wie sieht dein Beitrag für eine bessere Arbeitsplatzkultur aus?

Ich verfüge über einige Erfahrung in der Analyse und Gestaltung der Arbeitsplatzkultur von Organisationen. Dabei ist mir wichtig, ein Bewusstsein zu schaffen, dass eine hervorragende Arbeitsplatzkultur zusammen mit den Mitarbeitenden gestaltet wird – sie also für jede Organisation individuell ist. Ich kann dabei helfen, die wichtigen Gestaltungsbereiche im Auge zu behalten und durch verschiedene Formate evidenzbasiert immer wieder Input zu geben. Dabei hilft mir meine Erfahrung, mein wirtschaftspsychologischer Hintergrund, aber auch meine Lehrtätigkeit im Bereich Behavioral Economics.

Was macht dich zu einem Experten für Arbeitsplatzkultur?

Ich konnte bei Great Place to Work während vier Jahren in verschiedensten Branchen und mit unterschiedlichen Organisationen Erfahrung sammeln. Zuvor habe ich unter anderem bei SwissRe, der Psychiatrische Universitätsklinik Zürich, Manres und der Hochschule für Wirtschaft Zürich gearbeitet und habe dadurch Einblick in unterschiedliche Arbeitsplatzkulturen erhalten. Mein Studium der Wirtschaftswissenschaften und die spätere Dissertation im Kontext des strategischen Managements bilden meine wissenschaftliche und theoretische Basis. Darauf basierend habe ich auch viel Spass daran im Bereich Behavioral Economics zu unterrichten. Insbesondere weil es dabei darum geht, wie Menschen im wirtschaftlichen Kontext die Dinge wahrnehmen und sich entscheiden. Arbeitsplatzkultur ist dazu ein ganz wichtiger Gestaltungsfaktor.



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